Tarifvertrag verdi hessen einzelhandel

Die Gewerkschaft hat weitere Forderungen gestellt, die offensichtlich nicht ernst genommen werden sollen, wie fünf zusätzliche Feiertage. Ihre Forderung nach besseren Altersvorsorge, die während des letzten Streiks im Jahr 2017 erhoben wurde, ist noch nicht eintreffend. Verdi fordert zudem zwei zusätzliche Feiertage für Gewerkschaftsmitglieder, ein offensichtliches Privileg, das offenbar darauf abzielt, Busfahrer zum Beitritt zur Gewerkschaft zu ermutigen. Kritiker warfen Verdi zudem vor, sich für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit stark zu halten, diese Ziele aber intern nicht erreichen zu wollen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte. [81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt. [82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig. [83] [84] Auf dem Weg zu diesem “Erfolg”, dessen Kosten vollständig von den Arbeitnehmern getragen wurden, wurde jeder Vertrag und jede Vereinbarung von den Gewerkschaften unterzeichnet. Jochen Koppel, Verdi-Streikleiter, sitzt im Aufsichtsrat der VgF Frankfurt.

Er arbeitet seit Jahren eng mit Leuten wie Klaus Österling, dem Frankfurter Sozialbeauftragten für Verkehr, und Volker Sparmann, dem ehemaligen Chef der Rhein-Main ÖPNV-Allianz (RMV), zusammen. Vor zwei Jahren war Sparmann Als Schiedsrichter und rechte Hand des grünen Verkehrsministers Tariq al-Wazir tätig und spielte dabei eine wichtige Rolle bei der Einstellung des letzten Busfahrerstreiks. Verdis höchstes Gremium ist der Bundeskongress, der alle vier Jahre zusammentritt, um die Grundprinzipien der Gewerkschaftspolitik festzulegen und das Vorgehen des Landesvorstandes und des Gewerkschaftsrates zu wählen und förmlich zu genehmigen. [26] Die Gewerkschaft selbst ist in verschiedene Ebenen, Spaltungen und Gruppen von Individuen unterteilt. Die Abteilungen und Gruppen von Einzelpersonen haben ihre eigenen Organe und Ausschüsse auf lokaler, Bezirks-, Landes- und landesebener Ebene. [26] Dieses Matrixsystem war bereits bei der Gründung von Verdi eine umstrittene Entscheidung, und die Probleme in der Geschäftsführung der Gewerkschaft wurden auch nach ihrer Gründung weiter in den Vordergrund gerückt. [27] [28] Das Matrixsystem soll nicht nur die Organisation Verdi als Ganzes vertreten, sondern auch die Interessen der einzelnen Berufe ihrer Mitglieder. [29] Die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in allen Organisationseinheiten ist in der Verdi-Satzung verankert und seit ihrer Gründung ein zentrales Thema der Gewerkschaft.

[26] [30] Die Tarifpolitik von Verdi hat vor allem durch Arbeitskämpfe im öffentlichen Dienst große Media-Aufmerksamkeit erregt. 2006 haben die Gewerkschaftsmitglieder einen neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Bundesländer angenommen, nachdem sie zuvor drei Monate lang gestreikt hatten. [55] Der Marburger Bund lehnte das damalige Verhandlungsergebnis ab und führte die Medien zu der Meldung, er begebe sich “auf Kollisionskurs” mit Verdi. [57] Die Tarifgemeinschaft der beiden Gewerkschaften war bereits im Vorjahr aufgelöst worden. [58] 2007 starteten Verdi und der Deutsche Beamtenbund (DBB) eine drei Millionen Euro teure Werbekampagne unter dem Motto “Genug gespart”. [59] Ziel der Kampagne war es, die Aufmerksamkeit stärker auf die Arbeit des öffentlichen Dienstes im Vorfeld neuer Tarifverhandlungen zu lenken. [60] Nach einer Warnstreikwelle und mehreren Verhandlungsrunden forderten die Parteien im März 2008 eine Schlichtung. [61] [62] Obwohl dies misslang, einigte sich Verdi schließlich mit Bund, Ländern und Kommunen auf einen neuen Tarifvertrag. [63] [64] Die Gewerkschaft erzielte eine Lohnerhöhung von acht Prozent,[65] was einige Beobachter als schwere Belastung für die öffentlichen Haushalte bezeichneten. [66] Verdi zog im Handelsstreit insgesamt 50.000 neue Mitglieder an. [67] Später gelang es ihr, diesen Erfolg bei ähnlichen Verhandlungen im Jahr 2018 mit einer Vereinbarung zu wiederholen, die eine kumulative Erhöhung der Gehälter um 7,5 Prozent über einen Zeitraum von 30 Monaten vorsieht und Aufstockungen und zusätzliche Zahlungen umfasst, die den öffentlichen Sektor zu einer Million machen sollen.