Römer Vertrag 1957

Sie gelten als “Geburtsurkunde” der EuropäischenUnion – die Römischen Verträge. Vor sechzig Jahren, am 25. März 1957 haben Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg diese Verträge in Rom unterzeichnet. Die Römischen Verträge wurden am 25. März 1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom unterzeichnet. Damit gründeten die Unterzeichnerstaaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM). Sie vereinbarten den freien Waren-, Dienstleistungs-, Personen- und Kapitalverkehr, eine gemeinsame Handelspolitik sowie europäische Institutionen. Die Unterzeichnung der Verträge gilt als Gründungsdatum der Europäischen Union (EU). Die Verträge traten am 1. Januar 1958 in Kraft und gelten als Fundament der EU in der Fassung des Vertrages von Lissabon fort. Die Römischen Verträge sind bis heute eine Erfolgsgeschichte, weil sie fest auf dem Sockel von drei großen Ideen stehen: Marktwirtschaft, Frieden und Vielfalt. Dafür sorgten die vertraglich festgehaltenen Grundfreiheiten aus Waren- und Dienstleistungsfreiheit, Kapitalverkehrsfreiheit und Reise- und Niederlassungsfreiheit. Die Länder der Europäischen Union erlebten eine nie gekannte Zeit des Friedens und des Wohlstands.

(Text in der ursprünglichen Fassung vom 25. März 1957 mit Anmerkungen zu den jeweiligen Änderungen bis zum Vertrag von Amsterdam). Was an diesem 25. März 1957 im Saal des Kapitolinischen Museums in Rom geschah, wäre einige Jahre zuvor undenkbar gewesen. Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876 – 1967) und seine Amtskollegen aus Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten setzten ihre Unterschriften unter die Römischen Verträge. Damit war die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft besiegelt. Aber mehr als das wog die neu entstandene Freundschaft zwischen den Deutschen und ihren ehemaligen Kriegsgegnern – gerade mal 12 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Besonders das deutsch-französische Verhältnis war Motor dieser europäischen Einigungsbewegung geworden. Deutsche und französische Politiker sind fortan die treibenden Kräfte beim Ausbau erst der EWG, ab 1965 diverser “Europäischer Gemeinschaften” (z.B. Euratom, Montanunion oder “Europäische Politische Zusammenarbeit”) und schließlich seit 1992 der Europäischen Union. Mit ihrer politischen Haltung signalisierten sie, dass eine freundschaftliche Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich die unruhige Mitte des europäischen Kontinents stabilisiert. Die Erklärung feiert die Erfolge Europas seit den Gründungsverträgen 1957 und gelobt, die “nie dagewesenen Herausforderungen” vom Terror über die Flüchtlingskrise bis zum Protektionismus gemeinsam zu bewältigen.

Für die nächsten zehn Jahre setzt sich die EU vier Ziele: Die genannten Gemeinschaften bildeten zusammen mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl die Europäischen Gemeinschaften. Erst mit dem Fusionsvertrag (1965) wurden auch die Kommissionen und die Ministerräte zusammengelegt. Neben den wirtschaftlichen Vorteilen, die der europäische Zusammenschluss – bis heute – für alle Beteiligten bot, war die Tatsache, dass fünf europäische Länder Deutschland die Hand der Versöhnung entgegengestreckt hatten, das Entscheidende. Anders als mit dem Versailler Vertrag nach dem Ersten Weltkrieg sollte nicht Konfrontation, sondern Zusammenarbeit die Folgen des Krieges beseitigen. Den deutschen Kriegsverursachern wurde im Rahmen einer gemeinsamen europäischen Entwicklung die Chance des eigenen Aufstiegs eingeräumt. Die Deutschen ergriffen diese Chance mit erstaunlichem Elan und schufen das weltweit bestaunte “Wirtschaftswunder”, das ohne die europäische Vernetzung der deutschen Wirtschaft nicht vorstellbar ist.